10. August 2017 tuktukplease.com 3Comment

Die Weltreise ist kaum einen Monat im Gange und wir sind schon im Verzug mit dem Blog – eigentlich hängen wir am Tage der Niederschrift dieses Berichts schon in der Ulan-Bator, Mongolei, rum und es ist noch nichts über Woche 2,5 in Russland gesagt worden. Auf der anderen Seite können wir euch, den geneigten Hörern nun auch nicht 10 Tage lang nichts und dann alle 2 Tage etwas präsentieren. Sonst gewöhnt man sich am Ende noch an diesen Output.


Das Leben ist eins der Härtesten

Für 18€ / 2P ging es mit dem Zug nach Rostov-Veliky. Ein kleines Zwiebelkirchen-Kreml-Möncherei Dorf, gelegen an einem See in platter Landschaft und Teil des goldenen Rings. Dieser stellt eine lose Abfolge von Kremlzwiebel-Möncherei-Dörfern & Städten im Nord-Osten Moskaus dar. Angeblich innerhalb einer Woche abzufrühstücken. Wir haben uns diese TorTour (Haha! Den Wortwitz gab es noch NIE!) mal geschenkt und unser Augenmerk auf eben das Mönchs-Zwiebelkreml-Kirchen-Dorf Rostov gelegt. Wird im Lonely Planet als der wertloseste Stop auf dem Ring geführt, ein Ort wo man nicht zwingend anhalten, geschweige denn übernachten sollte. Gut, dass wir da nur drei Nächte gebucht haben.

Nun gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Nach 2 Wochen in osteuropäischen Großstädten war eine ländliche Auszeit zwingend notwendig. Es wurde auch ordentlich russisch, schlechte Straßen, Gebäudezustand 3-, Lada statt Benz, Busse aus den 70ern, Vodka statt Voda. Unsere Unterkunft (Khors Guesthouse, direkt am See gelegen – ca. 24€ / Nacht) war einerseits spartanisch, andererseits mit einer hervorragenden Dachterasse, inklusive Seeblick, zweier Schaukel-Eier-stühle (Wer die Wörter tauscht, ist ein Ferkel!!!11elf) und einer Hängematte die gleich am ersten Abend durch jemanden-dessen-name-nicht-genannt-werden-darf ein dezentes Loch von 50cm bekommen sollte. Selbstverständlich lagen die Ursachen in der durch Wind und Wetter unwiderruflich angegriffenen Materialstruktur – wer was anderes behauptet, kann gleich morgen zum Duell antreten! Zu Pferde, wir sind schließlich in der Mongolei!

Die Dachterrasse wurde energisch genutzt, außerdem stand Selbstversorgung mit  gekocht bzw. feine Brotzeiten mit Pelmeni und Vodka gemacht. Entsprechend unserer Tradition haben wir es auch auf den Bauernmarkt geschafft. Beeren, Ziegenkäse, Ziegenmilcheis, Nüffchen, Gemüse, Eier – und alles von netten Babushkas. Die Jungkatzen und Hühnerabteilung haben wir ausgelassen. Den Zwiebelkreml haben wir nur von Außen angeschaut, schön aber wenn Glockenstunde ist – dann bimmelt der Glockenbeauftragte wie von Sinnen Melodien mit vielleicht einem dutzend kleiner Glocken per Drahtzupfen herunter, also eher wie ein Glockenklavier, nicht das klassische Schwingen mit dem Klöppel der von innen schlägt.

Ausgedehnte Spaziergänge und eine sehr launige Tour mit dem Ruderboot (5€ für eine Stunde) rundeten die Sache ab. Mit kleinem Wasserflugzeug als Begleitung und schönster Aussicht ging es über den See. An diesem letzten Tag, einem Samstag, kam es am Lagerfeuer noch zu einem eindrucksvollen Cognac-Umtrunk mit zwei russischen Pärchen auf Wochenendausflug. Im Hintergrund tobte das örtliche Ska-Festival, der Sonntag war dann ab 16 Uhr für Metal reserviert (?!), die Jugend hatte sich noch vor Sonnenuntergang fleißig betankt. Der goldene Ring ist ein beliebtes Ziel, um der lauten Moskauer Atmosphäre zu entfliehen. Eventuell wird demnächst ein Kind in Russland Annamaria statt Anastasia heißen. Auf diese zwei Namen war die Auswahl des schwangeren Pärchens zusammengeschrumpft und die Präsenz einer Annemarie hat eventuell für weitere Entscheidungshilfen gesorgt.

Der nächste Tag war grausam, Katzen – überall Katzen. Jörgs Abreise war äußerst zeitig eingeplant und wir fanden uns dann in Bestform am Bahnsteig ein. Aber auf Abriss folgt Aufbau, dazu waren ja nun auch 4 Tage Zeit in der Transsibirischen Eisenbahn. Fazit: Der LonelyPlanet stinkt. Am besten genau das Gegenteil machen und Generalisieren fetzt!

3 thoughts on “#07 – Ausflug ins russisch-grüne oder der goldene Ring

  1. Ich muss nochmal Jana zustimmen: es ist wirklich vergnüglich und herrlich einfach mit euch auf weltreise zu gehen. Danke, dass ihr uns mitnehmt. (Während ich das schreibe sitze ich im urlaubsauto – schwarzwald ist nicht ganz weltreise …. obwohl? Ich frag mal die kinder 😉

    1. Schön zu hören! Dann machen wir weiter so!
      Habt einen schönen Urlaub mit hoffentlich wenig Gequengel von der Rückbank “wann sind wir endlich dahaaaaa?”

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