21. Januar 2018 °seb 2Comment

In den beiden Beiträgen zu Bangkok und Ayutthaya wurden ja die Zeitzonen etwas vermischt, war doch Kollege °stein schon in Beitrag #36 teilweise anwesend, hatte aber am Ausflug nach Ayutthaya ob seiner Abwesenheit nicht teilgenommen, ist aber nach ein paar Tagen Bangkok Teil der Reisegruppe Kanchanaburi. Dazu gesellt sich das Problem, dass Kollege °kretsch (ihr kennt ihn noch aus Russland) ebenfalls im Laufe des 36ten Beitrages unter die Anwesenden gerechnet wurde, aber in Ayutthaya und Kanchanaburi nicht zugegen war, dafür wieder in Teilen von Bangkok und Krabi. Klar soweit?

Also, es geht mit °stein nach Kanchanaburi. Diese Kleinstadt Ost-Nördlich von Bangkok kommt recht schnell auf den Plan, wenn man nach Kurztrips oder Tagestouren sucht und zeichnet sich durch einiges aus. Zuvörderst (das Wort gibt es!) durch die Original Brücke am Kwai – eine durch Kriegsgefangene für die damals japanischen Besatzer errichtete Bahnbrücke, die durch das Buch und den zugehörigen Film berühmt wurde. Vor allem aber der Bau der nachfolgenden Bahnstrecke bis nach Burma hat zehntausende Opfer gefordert, Dschungel und so. Blöd nur, dass das Buch, ergo der Film, den Fluss Kwai erfunden hatte, gedreht wurde das Ganze ohnehin in Sri Lanka, aber nach dem Film waren Touristen in Thailand auf der Sache nach einem Fluss mit Namen Kwai – und stießen bei den Thais auf Unverständnis, so einen Fluß hätte man hier nicht, die Brücke schon. Irgendwann haben die dann in einem Anflug von wohltuendem Pragmatismus den Fluss einfach umbenannt.

Schön ist, dass man von Bahnhof Thonburi in Bangkok für 2,50€ pro Person in ca. 3h bis Kanchanaburi gelangt, mit offenen Fenstern entlang von hübscher Landschaft, Thai-Dörfern und regelmäßigen Angeboten von Verkäufern wird einem so schnell nicht langweilig. °stein muss ja langsam auch an das außerstädtische Asien gewöhnt werden.

In Kanchanaburi ist das Schlafen in Hausboothotels oder Hütten am Fluss beliebt. Für uns waren das zwei Nächte im Hausboot zu 15€ / Nacht und nocheinmal eine Nacht zu dritt in einer Hütte für zusammen 7€ (!). Mit Aussicht auf Fluss und grüne Landschaft. Bisschen störend waren Longtailboote, die ab ca. 7 Uhr morgens und erst Recht abends ohne Unterlass wie die bescheuerten zu dieser Brücke geknattert sind. Das Schwanken vom Hausboothotel ging ja klar, aber der Lärm – unfassbar. Keine Ahnung warum die Touristen, die Anwohner und die Naturschutzbehörde sowas mitmachen. Andererseits, ihr könnt euch denken, wie jegliches Abwasser der Hausboothotels entsorgt wurde?

Trotzdem – nettes Dorf, am Straßenrand gegenüber vom schlecht getarnten Puff sitzen, eine Flasche HongThong, eine Tüte Eiswürfel und feines Essen von Mutti auf dem Tisch, dabei mutmaßlich Trunkenheits-Auffahrunfall vom feinen Mercedes mit Fahrerflucht und Puffbediensteten, der den Typen aufm Moped verfolgt. Diese Aufregung!

An Tag 1 ging es mit dem Localbus (1€ pro Person) zu einem Dschungelabschnitt der Death-Railway mit Wasserfall, nichts übermäßig besonderes, aber zurück nach Kanchanaburi mit dem Zug (2,50€ pro Person) mit Brückenquerung, einer Touristenlawine die sich vor irgendeinem bekannten Streckenabschnit (ein Viadukt am Berghang oberhalb eines Fluss’) in den Zug ergoß und 20 Minuten später auf einen Bahnsteig in der Pampa – blöd nur, dass die dazwischen stehen und ihre Camcorder auf gut Glück aus dem Zug halten mussten. #sad #tourpaket. Zuguterletzt noch auf den Nachtmarkt in Kanchanaburi am Bahnhof, quasi Touristenfrei und recht ergiebig in Sachen Lebensmittel.

Der nächste Tag bestand aus Rumscootern (Drei Stück – zusammen 12,50€ – ich hab verhandelt), die Fahrt war quasi Premiere für °anne und gleich noch im Linksverkehr. Aber vermutlich ists intelligenter hier Moped zu üben als bei besoffenen und bekifften Hippieprolls in Nordthailand wo jeder Depp Moped lernt und sich dann im Krankenhaus schön weiß einwickeln lässt, wenn es schief geht. Es ist nix passiert. Hübsche Landschaft, bisschen karstig, recht asiatisch, gutes Pad-thai beim schmuddeligsten Stand den wir finden konnten, pünktlich zur Bahnüberfahrt an der bekannten Brücke mit guter Aussicht, währenddessen sich die Tagestouristen auf der Brücke drängten.

Zurück nach Bangkok ging es zu 3,50€ pro Person, rumkotzende Mitreisende, immer mal Atmen vergessen, kleine Herzkasper und Phantom-Bremsfuß-zucken – klassische Minibusfahrt in Asien.

2 thoughts on “#38 – Landlust in Kanchanaburi

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