7. Juni 2018 °seb 0Comment

Es folgen 3 beispielhafte Minuten auf dem Duong Ho Chi Minh. Zwei Meter breite Straße, Abendlicht, Karstgebirge und Dschungel – die Anfahrt auf Phong Nha durch den gleichnamigen Nationalpark gehört zu den Glanzlichtern unserer 4500 Mopedkilometern. So sah es nicht immer aus, aber auch halb so gut ist immer noch grandios.

Allerdings wird man in Phong Nha wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Touristen! Viele! Grund: Höhlen! Viele! Hier mal ein Auszug aus der Wikipedia und gleich darauf noch nachträglich die Bilder von der 230km Etappe. Haben nicht mehr in den letzten Artikel gepasst. Nicht dass der Leser sich noch fühlt wie wir – Aussicht, Aussicht, fifty shades of grün und wieder Aussicht. Da fällt man ein bisschen in Trance.

Phong Nha-Kẻ Bàng is noted for its cave and grotto systems as it is composed of 300 caves and grottos. A 2009 survey brought the total discovered length of the cave system to about 126 km,[4] with many areas still not well explored. The Sơn Đoòng Cave, which was discovered in the 2009 survey by British and Vietnamese explorers, is considered the largest cave in the world. Even before this discovery, Phong Nha held several world cave records, including the longest underground river as well as the largest combined caverns and passageways.[1]

Superlative an jeder Ecke und es kam wie es kommen musste – das ganze Dorf lebt vom Tourismus oder versucht es zumindest, Konkurrenz und Gier. Das Essen ist wieder einmal teuer oder schlecht oder beides. Wütende Mobs von Jugendlichen fahren in strömendem Regen mit Küchenmessern hinterm Rücken zu anderen Läden und schreien herum. Reparaturen am Moped sollte man laut Internet besser woanders machen und an der Tankstelle lieber dreimal schauen, ob der Zähler genullt wurde. Zwei Nächte zu 10€ und wegen Regentag wechselten wir noch in ein Zimmer zu 12€ mit Frühstück mit Netflix-Fernseher (!!!11!1elf).

Die Höhlen sind wieder mal über jeden Zweifel erhaben. Manche per Boot befahrbar, riesengroße Stalagdingsis, riesengroße Höhlenkammern und außerdem ist hier noch eine der größten Höhlen der Welt, jene in die man nur 3000 Leute pro Jahr einlässt, innen drinnen Zelten und kilometerweit wandern kann.

Für uns war die namensgebende Phong Nha Cave ausreichend, denn allzu günstig ist keine der drei bekanntesten Höhlen in der Region. Immerhin kann das Boot mit bis zu 10 Leuten geteilt werden, dazu einfach am Ticketschalter warten bis sich genug interessierte oder sympatische Menschen gefunden haben, dauerte kaum 10 Minuten und wir bezahlten nur noch knapp 1,50€ statt 8€ pro Person fürs Boot, dazu das Ticket für 12€ pP. Dann gehts 30, 40 Minuten flussaufwärts bis zum Höhleneingang, hier wird das Regendach zurückgeschoben, der Motor ausgeschalten und per Paddelei geht es langsam in eine große Höhle. Sehr, sehr schön. Das Ticket zur Höhle konnte optional noch um eine über der Wasserhöhle gelegenen Höhle ergänzt werden. Jawohl, der Berg hatte ein Erdgeschoss und ein erstes Stockwerk. Elender Angeber-Karstfelsen, aber wer kann, der kann. 20 Minuten Treppensteigen, Schöne Aussicht über die Landschaft und schon ging es wieder in den Berg. Die zweite Höhle ist dann aber eher Pflicht als Kür, gemessen an dem was wir bisher gesehen hatten.

Außerdem erreichten uns traurige Nachrichten. Neben ein paar Vietnamesen, die Annemaries Moped zum Bestpreis kaufen wollten, hatte sich doch tatsächlich ein ernsthafter Interessent gemeldet. Beide Mopeds zusammen, Treffen außerhalb von Hanoi – genau auf unserer Route, vernünftiger Preis. Nachdem wir uns nun ein paar Tage in Tatsachenverdrängung geübt hatten, stand jetzt in gerademal drei Tagen ein Verkaufsdate an. Wir und die Möppis – da lief jetzt die Uhr runter, da stand jetzt eine Kilometerzahl dran, nämlich 500 – so weit war es bis zum Übergabeort. Was für ein Elend.

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