10. März 2018 °anne 0Comment

Bei bestem Motorrad-Wetter starteten wir also weiter auf dem Mae Hong Son Loop – also leicht wolkig, ein wenig nieselig aber dafür mit grandios hübschen Wolken, die in den Bergen rumhängen und wenig anderen Verkehrsteilnehmern. Die meisten bleiben wohl in Pai hängen. Dank verdunkeltem Visier aka Thai-Mutti-Modus spielte auch das Auge halbwegs mit. 

Erster Stopp war mal wieder eine Höhle: die Lod Cave. Eine der Attraktionen des Loops, die auch wir uns nicht entgehen ließen. Wie schon in Chiang Dao wurden wir von privater Gaslaternen-Halterin durch diese Höhle geführt, die uns alle paar Meter ihre Interpretationen der Felsgebilde mitteilte (“looks like elephant, you see?” für 11€/2P). Echt eine sehr nette Art so eine gewaltige Höhle zu präsentieren. Eine Fahrt mit dem Bambusboot durch riesige bleiche Fische hindurch gab’s auch noch und nach einer Stunde standen wir wieder vor der Höhle – im strömenden Regen. Also suchten wir uns im Höhlen-Ort Soppong ein Zimmer und bereuten es zum ersten Mal, nicht bei booking gebucht zu haben, weil es das günstige online verfügbare Zimmer angeblich nicht mehr gab. Diskutieren zwecklos. Aber immerhin regnete es den ganzen restlichen Tag und nächsten Morgen, sodass wir die 15€/Nacht im Zimmer ausreichend abgelebt haben! In Soppong selbst gibt’s einen 7eleven und das war’s dann auch an Zivilisation. Wir fanden nach 19 Uhr kein Essen nirgends und speisten letztlich im Guesthouse.

Am nächsten Morgen fuhren wieder über viele Kurven und durch dichte Wolken bis zur Stadt deren Namen der Loop trägt: Mae Hong Son. Auf dem Weg dahin versuchten wir uns kurz mit automatischen Rollern auf einer Offroad-Strecke. Keine sooo glänzende Idee, wir drehten nach 2km Schlamm und Geröll lieber wieder um und tranken dafür Kaffee mit original Aussicht auf Berge, Wolken, Felder mit original Spitzeninternet.

 

In der Stadt checkten wir in Jonnys Guesthouse ein. Ein verkaterter Typ zeigt uns das gemütliche Zimmer im typisch Thai-Holzhaus – schlicht und gemütlich für wenig Geld und viel Hellhörigkeit (5€/Nacht). Bevor wir uns auf die Sehenswürdigkeiten stürzen konnten mussten aber wichtigste Angelegenheiten erledigt werden: mal wieder Wäsche in der Maschine waschen, Ölwechsel beim Moped und eine neue Festplatte kaufen (43€ für SlimFit mit 1TB) und alle noch zu rettenden Bilder überspielen. Finally! Mae Hong Sons wohl netteste Sehenswürdigkeit ist der kleine schrottige Flughafen mitten im Ort. Laut Flugplan gibt’s täglich zwei Maschine aus und nach Chiang Mai und pünktlich zur ersten stehen wir morgens bereit und werden mit großartiger Aussicht und winkendem Piloten belohnt. Das zweite Flugzeug sahen wir dann zum Sonnenuntergang vom Hausberg mit Tempel (Wat Phrathat Doi Kongmu) – zufällig perfekt abgepasst.

Vielleicht aber auch dank diesem total durchgeknallen Verschwörungs-Youtube-Amerikaner, der uns mit seiner blinkenden BMW samt Trump-Sticker verfolgt und mit unnützen Infos über sich versorgt hat (“I am so rich!”). Der schnellste Weg zum Berg war auch eine Flucht vor ihm, abends nachdem wir seine Internetkacke gesehen hatten mussten wir schnell einen Umweg nehmen um ihm nicht wieder zu begegnen. Häufig sind die Ausländer im Ausland die merkwürdigsten…

Ein Tagesausflug von Mae Hong Son führte uns in ein Dorf an der Grenze Myanmar-Thailand Namens Ban Rak Thai. Darum geht’s ja schließlich bei dem Loop, ums Rumfahren und Rumgucken und Rumkommen. Über die Grenze zum günstigen Mandalay-Rum kamen wir zwar nicht, aber der Weg war nett, wir fanden leckeres Essen bei Straßenmuttis und standen natürlich für Selfies mit burmesischen Jungs im chinesisch geschmückten Dorf parat.

Der nächste kleine Abstecher ist dem rumzoomen auf maps.me geschuldet: Ban Microwave, bzw. in Thai Ban Maikhrowep. Der Ort liegt mitten im Mae Surin Nationalpark und hält was er verspricht und hat quasi so viele Häuser wie Antennen. Die Strecke führte durch Wald und an Tomatenhängen vorbei und brachte dank noch mehr Kurven, engen Wege und bergauf/bergab Scoopy und Click fast an ihre Grenzen. Ich verkneife mir die letzte ausgiebige Schwärmerei vom Rumfahren und Wetter und Berge und Wolken und Landschaft… aber es war soooooo großartig!

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