26. Februar 2018 °seb 0Comment

Unseren Kreisel durch Myanmar wollten wir in der Kleinstadt Hpa-An mit Landschaft, ein paar Sehenswürdigkeiten und Entspannung abschließen. Allerdings musste man da irgendwie hinkommen, myanmartypisch natürlich weder entspannt, noch zu christlichen oder gar kindertauglichen Zeiten. Also 18 Uhr mit dem VIP-Bus los, diesmal mit vergoren riechendem Marmeladentoast, keinem Entertainmentsystem und weniger Beinfreiheit. Ärgerlich.

Der Bus kam zeitiger als erwartet in Bago an und schmiss uns im Gegenzug genau wie erwartet 1,5 km entfernt vom Busplatz raus, 5 Uhr morgens, Danke für Nichts, Penner. Das hatte natürlich seinen heiligen Grund – sofort wurden wir von Mr. Touristenfänger #1 aufgegabelt der Tickets nach Hpa-An verkaufen konnte. Internet sei Dank, hatten wir Preisvorstellungen im Kopf und auch der Name seines kleinen Standes kam mir in Verbindung mit “Scam” “Hohe Preise!” bekannt vor. Sein Angebot: doppelter Touristen-Preis, wie nett. Wir lehnten dankend ab (schon war es nur noch 1,7 facher Touristenpreis), gingen in Richtung Busplatz. 3 Minuten später kam ein zweiter Typ auf dem Moped, der die Tickets zum cheapest-price (1,4 facher Touristenpreis) hatte, der Busbahnhof ist geschlossen und sowieso, c-h-e-a-p-e-s-t! Also alles wie erwartet, der Preis war nicht mehr allzu schlecht (nach weiteren 3 mal hin-und-her nur noch 1,3 facher Touristenpreis), aber wir waren jetzt eh schon maulig, ob dieser systematischen Behummserei. Wir wollten jetzt um 5:15 morgens aus Prinzip (!) zum Busbahnhof laufen. Als wir dann an eben dem ankamen, war der natürlich nicht geschlossen und Typ #1 und Typ #2 warteten als sei nix gewesen am Ticketstand, übernahmen ungefragt die Kommunikation und es gab weitere 75 Cent Rabatt aufs letzte Angebot. Das Gefühl, dass wir trotzdem draufgezahlt hatten, wollte einfach nicht verschwinden – aber zumindest nur noch 1,1 facher Touristenpreis (8€ / 2P).

Es folgten 2h 3h warten inklusive Sonnenaufgang am Busbahnhof, der Bus fuhr selbstverständlich eine Stunde zu spät. Nach weiteren 4h war der Busmarathon zu Ende und wir checkten ohne viel Suchen, aber völlig verballert, in ein halbwegs passables Zimmer ein (16€ / pN). Immerhin, es gab eine Dachterasse mit Aussicht und darauf dann allmorgendlich das schlechteste Hotelfrühstück von Myanmar. Dabei hing die Latte schon tief, oder hoch – je nach Sichtweise!

Hpa-An erinnert an die bekannte Ha-Long Bucht bei Hanoi nur ohne Wasser zwischen den Karstfelsen. Stattdessen der ein oder andere Fluß, einige heilige Ziele, einen Nachtmarkt mit vernünftigen Essen und Kokosnuss-Rohrzucker-Candy. Quasi noch weiche Klumpen aus Rohrzucker mit Kokosnussraspeln und schwarzem Sesam drin. Purer Zucker. Hervorragend.

Eine Rollertour mit einem halbwegs tauglichen Roller von Good-Luck Motorbikes zu 4,50€ / Tag ist in Hpa-An ein Must. Fahren geht hier gut von der Hand, wenig Verkehr, Straßen mittelprächtig in Ordnung, Ziele nah beinander:

  • Kaw Ka Taung Höhle – gefliestes Buddhismus-Disneyland in Höhle, daran vorbeifahren für Restaurants auf Stelzen mit Aussicht auf Reisfelder
  • Saddan Höhle – große Höhle mit ein gemäßigtem Buddhismus-Disneyland, gutes Höhlenfeeling und nette Rückfahrt per Boot (2,50€ / 2P Eintritt + 2€ / 2P Bootsfahrt)
  • Buddha Valley, undefinierbar – ein paar dutzed Buddhas stehen auf verwildertem Hanggrundstück, es gibt keinen Eingang, keine Schilder, nur einen Vermerk auf Maps.Me
  • Kyauk Ka Lat Pagode, bekannte Pagode auf Nadelfelsen. Fischefüttern im Burmesenstil inklusive – so ungefähr doppelte Toastbrotgröße kaufen, geschnitten in daumendicke Scheiben. Erst mit kleinen Stücken anfüttern, über die monströsen Fische staunen, dann ganze Scheiben und halbe Brote reinwerfen, weil man gelangweilt ist von dem Mist
  • Bat Cave – kurz nach Sonnenuntergang kommen eine halbe Stunde lang Millionen Fledermäuse aus einer Höhle, noch nie gesehen: Typ mit Trommel oder steht unterhalb des Höhlenausgangs und trommelt ab und zu recht knackig – der ganze Fledermausschwarm zuckt im Flug zusammen, optisch wie eine kleine Explosion, dann wieder Implosion, dann normal weiter, die orientieren sich ja per Schall und sind vom Trommelschlag kurz derangiert
  • am nächsten Tag noch die Yathaypyan Cave, Höhleneingang voller Buddhas und Stuppas, Affen auf dem Parkplatz, nur Einheimische zu Besuch, keine Disneylandbeleuchtung, super Höhlenfeeling, auf der anderen Seite vom Berg wieder raus und unerwartete Aussicht

Und das wars, das war Myanmar! Es weiß mehr als zu gefallen, die Transportmethoden von schöne Aussicht bis unmenschlich verhindern Erholung an sich, aber wer die nicht zwangsweise braucht oder sucht – für Sightseeing, Essen, Menschen, Fotos, Landschaft lohnt es sich und hat im Paket deutlich mehr zu bieten als so manch anderer Kandidat auf dem Banana Pancake Trail. Ja Thailand, Bali, Laos – ihr seid gemeint.

Fledermengen!

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