20. März 2018 °anne 0Comment

Unsere nächste Station sollte noch mehr Entspannung mit netter Kulisse bieten. Aber zunächst wurden wir zu Dreizehnt in einen mongolischen Starex-Minibus gepfercht, zur südlichen Busstation gefahren (natürlich gibt’s davon in Luang Prabang mind. drei und natürlich am Rande der Stadt) und dort in viele Minibusse nach Nong Khiaw verteilt (14€/2P). Von da fuhren wir mit einem Boot (5€/2P) noch eine Stunde Richtung Norden nach Muang Ngoi und wurden mit 25 anderen Individualtouristen auf die Dorfbewohner losgelassen.  Jetzt hieß es so schnell wie möglich eine Unterkunft, am besten mit Flussblick, finden bevor alles weg ist. Das passierte einige Tage später tatsächlich, knapp 10 Leute durften dann im ehemaligen Massagestudio auf überteuerten daher gebrachten Matratzen nächtigen.

Ganz so sleepy und authentisch, wie in allen Reiseführern beschrieben, ist Muang Ngoi leider nicht mehr. Zwei Mal am Tag kommen hier mehrere Boote á 15 Touristen an, alle auf der Suche nach individuellem Reiseerlebnis im original laotischem Dorf mit viel Entspannung. An der kleinen Dorfstraße reihen sich Guesthouses und Restaurants aneinander und jeder versucht in der High Season möglichst viel zu verdienen bevor die touristenfreie Regenzeit kommt. Strom und Internet ist inzwischen rund um die Uhr verfügbar, nur einen ATM hat’s noch nicht. Trotzdem hat Muang Ngoi seinen Charme noch nicht ganz verloren, es gibt nur zwei große Straßen, ein Auto (vielleicht 2), Tiere überall und die traumhaft schöne Landschaft mit Bergen und Fluss können nicht mal die Horden von Franzosen zerstören (ganz Laos ist voller Franzosen!).

Trotzdem gefiel es uns außerordentlich gut in dem überschaubaren Örtchen und wir blieben statt der geplanten 3-4 Tage eine ganze Woche. Nach der ersten Nacht in einem Guesthouse am Ende des Dorfes (10€/Nacht) fanden wir am nächsten Morgen unser Träumchen-Bungalow bei Nicksa’s Place für 6€/Nacht, mit Flussblick und zwei Hängematten. Wir gingen jeden Morgen auf der Straße unser Frühstück aus einheimischem Kram zusammen stellen (Kokospfannkuchen, Reisbällchen, Frühlingsrollen, Kokospuddingteilchen, Suppe,….) und lagen den restlichen Tag in der Hängematte. Endlich mal wieder Zeit zum Lesen, Artikel schreiben, auf Natur und Wolken und Fluss und die Berge starren und Touristenboote beim Ankommen und Ablegen beobachten.

Eigentlich wollen wir einen Tag zum nächsten Dorf laufen, kamen aber nur bis zur Tham Kang Höhle. Die Weg ist weniger lauschig als alle Welt ankündigt, sondern eine Staubstraße in praller Sonne. Nachdem wir 1€/P für die Erhaltung der Höhle, des Dorfes und Laune des Wächters bezahlt hatten, kletterten wir ein Stück in die Höhle rein. Nach einigen Metern war es stockfinster, wir wurden von Minifliegen angegriffen und die erste Handylampe gab wegen Überhitzung auf (kleine Panik meldete sich) – und wir kletterten wieder zurück. Aber mit gutem Licht kann man da ziemlich weit rein gehen. Während der Bombenabwürfe durch die Amerikaner haben die Laoten in solchen Höhlen sogar mehrere Jahre gelebt. Anderntags haben wir es auf einen Aussichtspunkt mit Blick über Muang Ngoi und die Berge geschafft. Auch hier kam man um den obligatorischen Eintritt von 1€/P nicht drumherum. Über teilweise wenig vertrauenserweckende Holzkonstruktionen auf scharfkantigem Karststein kletterten wir den Berg hinauf und konnten pünktlich zum Sonnenuntergang die Aussicht genießen. Der Weg hinab führte dann weniger halsbrecherisch durch Dschungellandschaft.

Unsere größte Ausflugsidee entstand aus dem Mangel an Geld. Oder besser gesagt, wir wussten nicht wie lange wir noch bleiben wollten und brauchten ein größeres Geldpolster. Klar hätten wir früh mit einem Boot nach Nong Khiaw zum ATM fahren und nachmittags zurück kommen können. Aber wir wollten ja schon längst mal wieder Kayak fahren, also mieteten wir eins zum flussabwärts Paddeln mit Rücktransport nach erfolgreicher Geldbeschaffung (26€). Die 19km fährt das motorisierte Boot in einer Stunde, wir kamen nach vier Stunden an. Der noch vor Weltreisebeginn gekaufte drybag hat sich auch endlich bezahlt gemacht, da wir einige Stromschnellen mehr unter als über Wasser oder rückwärts befahren haben. Unser Rückfahr-Bootstypi hat sich auch nur ein bisschen kaputt gelacht, als er unser Kayak wieder trocken legte. Aber alles in allem war’s eine äußerst nette nasse Paddelei!

Danach mussten wir uns natürlich erst mal wieder erholen und gönnten uns noch zwei unaufgeregte Tage in der Hängematte, bevor wir uns auf den Rückweg mit Boot-Tuktuk-Bus-Tuktuk nach Luang Prabang machten. Wir blieben nochmal zwei Nächte in einem Guesthouse in Mekongnähe (14€/Nacht), bevor wir unsere Pässe mit den Visa für Vietnam in den Händen hielten. Nach einigem Hinundherüberlegen haben wir uns für das 3-Monatsvisum mit mehrmaligen Einreisen (48h Bearbeitungszeit, je 80€) entschieden, was wir unkompliziert im Vietnamesischen Konuslat beantragt hatten. Als Bonus gab’s noch eine gut sichtbare Blut-Blau-Mondfinsternis.

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