1. Januar 2018 °anne 0Comment

Hongkong! Die Mega-Stadt! Mehr als 7 Millionen Menschen auf 1104 km², britische Ex-Kolonie, Sonderverwaltungszone und irgendwie chinesisch, aber die meisten sprechen auch Englisch. Es gibt Essen für jeden Geschmack und Preis, eine Skyline mit Hafen, Berge, Strand, Shopping und Lebenshaltungskosten am Ende der Fahnenstange. Auf geht’s! Nach zweieinhalb Stunden Flug (160€/2P) landeten wir am geschäftigen Hongkonger Flughafen und warteten erst mal eine Stunde auf unser Gepäck. Mit den hübschen Plastikdollars (10 HK$ sind ungefähr 1€) zahlten wir unsere erste Doppeldeck-Busfahrt in die Stadt (Flughafenbus A21, 8€/2P) und durften oben ganz vorne sitzen und zum Sonnenuntergang in die Stadt einfahren. Da waren wir doch ein bisschen beeindruckt.

Unsere Unterkunft in Hung Hom auf der Halbinsel Kowloon war ein MiniMini-Airbnb Zimmer für knapp 32€/Nacht im 11. Stock eines Hochhauses. In dieser Stadt ist Platz so richtig rar, also sind die Wohnung kleiner als klein und der Preis genau das Gegenteil. Aber es ließ sich aushalten im knarzigen Doppelstockbett mit Aussicht auf typische Hongkong-Wohnblöcke. Um die Ecke waren viele kleine Läden und Restaurants und mit den Bussen und Bahnen kommt man in Hongkong recht gut rum. Dazu haben wir uns dann hier doch die Octopus-Card gekauft, einfach zu praktisch und Pfand gab’s unkompliziert zurück (15€/1 Karte – davon 5€ Pfand und 10€ zum direkt nutzen).

Die erste Essenssuche am Abend machte Lust auf mehr – endlich wieder eine bezahlbare Auswahl an Köstlichkeiten (wir haben uns am ersten Abend für unsere liebsten chinesischen kalten Nudeln entschieden), an anderen Abenden fanden wir verschiedene Nudelsuppen oder auch Sushi-to-go. Das typische Hongkonger Frühstück haben wir uns gleich zwei mal gegönnt: Tuna-Sandwich, wässrige cereals aka Porridge, eine klare Suppe mit Nudeln und Schinkenstreifen als Einlage und Kaffee oder wahlweise Tee. Beides mit gleicher Farbe und Stärke – der Löffel blieb quasi drin stehen und nach dem ersten Schluck will man zum Klo rennen. Toll, was die Briten hier an kulturellem Erbe hinterlassen haben! Und nicht nur auch noch Doppeldecker, ihr Steckdosensystem, Linksverkehr und Porridges – auch Tesco! Und was gibt’s im Tesco natürlich neben leckerem Müsli, Vinegar-Chips und echtem Kaffee? Genau, Coschützer Pils und Feldschlößchen!

Aber bevor wir uns ins Sightseeing stürzten musste mal wieder was repariert werden. Den passenden Spezialisten fanden wir nach vielen Telefonaten in Mongkok: Dr. John, Termin am Mittwoch 11.30 Uhr. Es gab eine große Betäubungsspritze, ein Röntgenbild und nach nur 20min eine neue Füllung für °sebs Hintenrechtsoben-Zahn. Als die Rechnung kam, dachten wir erst an ein Versehen – 72€. Aber stimmte tatsächlich, hält noch immer und die Auslands-KV hat’s auch schon bezahlt. Ansonsten haben wir uns hier so rumgetrieben:

Kowloon:

  • Erholen vom Stadt ablaufen in unserem kleinen Zimmer und den umliegende Straßen mit großer Essensauswahl, Nähe der Whampoa Station
  • Mongkok: Eine Spritze bitte, bei Zahnarzt Dr. John. Danach sind wir über diverse Märkte die an Hipsterigkeit oder Angebot kaum zu überbieten sind spaziert, bis der Kreislauf genug hatte – Flower Market, Womens Market und (bitter-sweet) der Bird Market. Mittendrin gab’s (nicht nur) britische Köstlichkeiten zu guten Preisen beim Tesco!
  • Kowloon Public Pier day&night: Skyline gucken ist wunderschön, Boote beobachten auch und Sonnenuntergang schauen erst recht! Die anderen 300 Touristen stören auch nur ein ganz kleines Bisschen… und wenn man mal Lachen will kann man bis zur täglichen sinnlosen 20 Uhr Laser Show warten. Anfang der 90er war das bestimmt der neuste Schrei.

Hongkong Island:

    • Geht immer und ständig: Ding Ding fahren! Die Doppeldecker-Straßenbahn fährt im Norden der Insel hin und her für einen sympathischen Preis von 0,27€. Ganz vorne oben sitzen und rumgucken – von Kennedy Town bis Tai Koo – es gibt keine schönere Art die Stadt anzusehen! Und Stadt angucken, das will man hier!
    • Strand und Markt in Stanley: Richtig gelesen, es gibt hier einen Strand! Der ist zwar klein, aber immerhin unsere erste potentielle Badegelegenheit seit dem Baikalsee. Und dann auch noch mit Aussicht auf große Containerschiffe – Träumchen! Ansonsten konnte man hier auf einem kleinen Markt günstige Birkis und Yoga-Hippie-Hosen shoppen. Der Weg dahin mit dem Bus (logisch, Doppeldecker) führte lauschig durch Landschaft, Berge und Luxus-Villen.
    • Pferderennbahn im Happy Valley: Jeden Mittwoch treffen sich hier die Langnasen Hongkongs. Eintritt in angemessener Kleidung für 1€ (lange Hose-Tevas-Kombi) und dann konnten wir ein paar Rennen von den billigen Plätzen aus sehen. Gewettet haben wir leider nicht, nächstes Mal dann!

  • Soho: Das ist wohl der hippeste Teil hier, mit Wohnungspreisen bis in den Himmel, artsy Graffitis und Cafés für die Gut-Betuchten. Die längste Rolltreppe, Central Mid-Level Escalator, ist eher zum Einschlafen als Eskalieren…
  • Victoria Peak: Ausblick, wohooo!! Statt mit der Peak Tram sind wir Sparfüchse mit dem Bus hochgefahren (Linie 15, rund 1€/P). Da spart man sich auch gleich die lange Wartezeit an der Standseilbahn. Am Peak selbst haben wir den Spazierweg drumherum genommen, auch kostenlos statt der überfüllten Aussichtsplattform, und unendlich viele Fotos gemacht. Im Hellen Smog, Zoom Hafen, Sonnenuntergang, Zoom Hochhäuser, Skyline im Dunkeln… Zu schön!

und dazwischen:

  • Geht auch immer und ständig: Fähre fahren! Ein Fahrt kostet auch nur rund 0,27€ und ist die schönste Verbindung zwischen Kowloon und Hongkong Island auf hübschen und sehr schaukeligen Booten, natürlich auch mit Doppel-Deck!

Alles in allem ist Hongkong echt beeindruckend! So viele hohe Häuser auf kleinem Raum, die nette Häuserschluchten entstehen lassen. Man sieht von überall viel Grün und Berge, nebenan werden riesige Containerschiffe beladen und neue kilometerlange Brücken gebaut. Das Leben dort ist teuer, laut und beengt – es waren großartige Tage und wir voller Vorfreude auf mehr und richtig China. Mit Natur und Ruhe, Abschimmeln und viel gutem günstigen Essen. Wo wir das bekommen sollten und wieso wir doch nicht wie geplant durch chinesische Reisfelder spazierten – bald!

 

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