23. Dezember 2017 °anne 2Comment

Einen Tagesausflug kann ja jeder machen, wir blieben gleich mal drei Nächte in Nara. Dachten, das wäre doch ganz nett. Mal so raus aufs Dorf fahren und bisschen Natur genießen. Und auch wenn man Nara mit knapp 370.000 Einwohnern nicht wirklich ein Dorf nennen kann, war es doch das dörflichste, was wir in ganz Japan gesehen haben. Alle unsere Pläne kleine Dörfer zu besuchen, auf dem Land rumzufahren und Japan abseits der großen bekannten Städte zu sehen mussten wir schon vorher mangels bezahlbarer oder überhaupt verfügbarer Unterkünfte und Transportmittel dahin verwerfen. Da müssen wir wohl künftig wieder kommen, wenn wir reiche und berühmte Travelblogger mit viel Geld sind und/oder Kooperationen mit Mietwagenfirmen haben.

Von Osaka kamen wir in nur 45min mit einer Art S-Bahn nach Nara (8,50€/2P). Leider für japanische Verhältnisse zu früh. Zwar konnten wir unser Gepäck auch kurz nach Mittag im Hostel abstellen, aber durften zum Check-in erst ab 16 Uhr wieder kommen. Das ist echt eine Unsitte in Japan: Check out ist grundsätzlich um 10 Uhr, aber ins nächste Zimmer darf man meist erst ab 3/4 rein. Also mindestens 5h, die man beim Wechsel der Unterkunft ohne Zimmer rumkriegen muss. Schön Dorfkind-Style haben wir uns im Supermarkt mit Snacks versorgt und auf einem alten Spielplatz die Zeit abgesessen. Dieser Supermarkt sollte unser bester Freund hier werden! Ab 18 Uhr wurde quasi auf die gesamte Frischetheke ein 50%-Sticker geklebt und wir gingen wieder groß im selbst kochen auf, alles zwischen Udon mit Soße, Salat, Tempura-Schnitzel und Fertig-Sushi. Da unser Hostel (Dorm, 20€/2P) eher am Stadtrand lag konnten wir ohnehin schwer in ein Restaurant stolpern. Dafür gab’s kostenlose Fahrräder, mit denen wir in den nächsten Tagen die bekannten Tempel in Nara abfuhren und die noch bekannteren Einwohner besuchten. Man liest es zwar vorher, aber es ist schon verrückt, wie viele Hirsche dort in echt rum laufen und schreien! Über 1000 Sikahirsche treiben sich um die Tempel herum und sind auch nicht sonderlich schüchtern. Dafür verfressen, laut und lüstern. Logisch, auch wir haben Hirsch-Kekse gekauft und verfüttert. In manche Tourifallen tappen wir ja auch gern.


TON! Im Gif auf den Lautsprecher! Vorwärts Rückwärts, immer weiter, heiter!

Nach zwei-drei Tempeln hatte es sich für uns schon wieder ausgetempelt, sodass wir die restliche Zeit in Parks und an Seen gesessen, Hirsche beobachtet und gelesen haben. Im Erdbeben-Zentrum der Stadt wurden wir über die letzten schlimmeren Erdbeben informiert und ich habe mich auf eine, Simulationsstuhl durchschütteln lassen. Weit war es bis zum Schleudertrauma nicht mehr.

Da ich ohne Stimme und mit Bronchitis unterwegs war, haben wir als krönenden Abschluss unserer Gammel-Tage den gebuchten Nachtbus gestrichen und für eine Nacht in Osaka ersetzt. Statt uns also die Nacht auf zu kleinen und zu gerade Sitzen um die Ohren zu schlagen sind wir nochmal in unser liebstes Ranz-Viertel gezogen (21€/Nacht) und haben eine Osakische Spezialität gegessen: Okonomiyaki. Natürlich im Tripadvisor-Restaurant #1 und nach nur 10min Anstehen. Dafür konnten wir direkt an der Eisenplatte sitzen und bekamen das Zusammenrühren und Braten von Gemüse, Ei, Nudeln, Fisch und Käse direkt vom Chefkoch zubereitet und serviert. Gegessen wird der ungesunde Fladen, mit ausreichend Soßen dekoriert, dann mit einem Spatel. Sehr satt, zufrieden und um einige Yen erleichtert endete damit unsere Zeit in Kansai.


schhhhttttt ttttthhhhhss

2 thoughts on “#31 – Zwischen tausend Hirschen in Nara

  1. Hallo ihr beiden. Das Bild mit dem Hirsch? oder ist es doch ein Reh ist echt für die Medizini gemacht. Ich beneide euch zur Zeit für das schöne Wetter, hier ist es doch eher nass und grau. Aber krank sein kann man wahrscheinlich bei jedem Wetter, gute Besserung dir liebe Anne, auch mich hat es voll erwischt. Aber nicht desto trotz ist ja morgen Weihnachten und da bin ich in Gedanken wirklich sehr bei Euch und wünsche Euch, wo auch immer ihr gerade seid ein gesegnetes Weihnachtsfest.

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