14. November 2017 °anne 0Comment

Nächste Stadt auf unserer Nordchina-Runde war Pingyao. Über irgendeinen Tipp sind wir auf diese kleine Stadt gestoßen voll mit Tempeln, natürlich auch einer recht neuen alten Altstadt und einen UNESCO-Welterbe Stempel. Bei der Unterkunftssuche auf booking.com konnte man sich gar nicht retten vor günstigen Preisen und besten Bewertungen. Wir haben dann quasi per Los eine Unterkunft am Rande der Altstadt ausgewählt (10,25€/Nacht) und wurden nicht enttäuscht: etwa 5 niedliche aber große Zimmer mit Sonnenuntergangsausblick auf den kleinen Hof der Familie, die Idylle mit Eselsrufen noch komplett gemacht. Zufällig also gut & günstig gefunden mit support the locals-Bonus.

Am Eingang zur UNESCO-Altstadt haben wir noch am ersten Abend unsere örtliche Noodle-Mutti ausfindig gemacht und bei ihr jeden Tag ein neues Gericht probiert und chinesisches Wort gelernt. Weiteres Programm der Tage: Pediküre und Massage (man gönnt sich ja sonst nichts), abmatten und Beijing-Stress abklingen lassen und die Japan-Route planen/ buchen/ umwerfen/ stornieren/…. und leicht verzweifeln. Aber ich will mal nicht zu viel spoilern, Japan ist ja noch bisschen hin.

Für Touristen wird ein Pingyao-Pass geboten, mit dem man sich zwei Tage lang die hiesigen Tempel, Stadtmauer und alte Häuser ansehen kann (16€/P. oder die Hälfte für AOK-Studenten). Kann man mal machen. Den Confucius Tempel fanden sogar wir overtempled-Weltreisende richtig hübsch. Die Gassen der Altstadt sind ansonsten nur für Touristen gemacht und die Shop-Auswahl beschränkt sich auf Massage, Klimbim I, Klimbim II, Möchtegern-Antiquitäten, Klimbim III und Restaurants. Keine Ahnung wer den immer gleichen Schnulli kauft und wie die Leute davon leben können. Aber zum rumlaufen und rumgucken war es ein nettes entspanntes Städtchen Um Pingyao herum hätte es noch ein-zwei buddhistische Tempel, Höhlen oder alte Häuser gegeben, die wir aber zugunsten von Erholung und Budget sausen lassen haben.

Für den Transport zur nächsten Stadt hatten wir uns zur Abwechslung mal eine schnelle Verbindung gegönnt. Nach nur 3h Fahrt mit knapp 250km/h für 37€ standen wir im strömenden Regen in Xi’an. Hier tummeln sich die Touristen um einen überteuerten Eintritt für die Terrakotta-Armee zu löhnen, sich im muslimischen Viertel die Bäuchen vollzuschlagen und alte Tempel, Häuser und Steine der ehemaligen chinesischen Hauptstadt an der Seidenstraße anzusehen. Für uns war die ganze Stadt schon gelaufen, als wir uns vom strömenden Regen ins vorgebuchte Hostel gerettet hatten (11€/Nacht). Dass die Bilder und einige Bewertungen geschönt sind – ok. Aber alle? Wir hätten bei den Schreibfehlern stutzig werden sollen und zu vielen 10er-Bewertungen. Letztlich hat uns booking.com eine Nacht erstattet (Danke!) und wir sind vorzeitig abgereist, aber an der Beschreibung der Unterkunft hat sich nichts geändert..

Für uns war Xi’an wie ein größeres Datong oder Pingyao, weswegen wir alle Reiseführer-Sehenswürdigkeiten ausgelassen haben. Also wirklich alle. Wir hatten ohnehin keine Lust überall den typisch-chinesisch-teuren Eintritt zu zahlen. Nicht noch mehr Geld in dieser Stadt verlieren! Viel lieber investieren: im muslimischen Viertel in unglaublich viele verschiedene Köstlichkeiten, wie die typische Brotsuppe (man nehme einen Fladen, krümle ihn klein und dann wird dir deine Suppe darüber gegossen) oder der chinesische Burger, Spieße, Reis-Fladen, Nudeln in verschiedensten Formen undundund…

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