22. Juli 2017 °seb 4Comment

Den wichtigsten Teil des Zwischenstops in der Ukraine im Allgemeinen und dem Aufenthalt in Kiew im Speziellen haben wir ja bereits mit dem Beitrag #03 abgefrühstückt – ein Ausflug nach Tchernobyl. Die verbleibenden drei Tage wurden mehr oder weniger gut genutzt um sich die ukrainische Hauptstadt ordnungsgemäß zu Gemüte zu führen.

Zur Vertiefung unserer Bekanntschaft mit den landestypischen Beförderungsmitteln wurde abermals der Nachtzug aus Lviv gewählt. Abends um 22:irgendwas war die avisierte Abfahrtszeit – was zum Zeitpunkt der Buchung (15€ pro Person im Vierer-Abteil sprich 2te Klasse) noch wie eine blendende Idee  klang, sollte sich als relativ zermürbend rausstellen.

Gedachte Vorteile: Ein ganzer entspannter Sightseeing-Tag in Lviv, Gepäck im Hostel lassen, gemütlich abends zum Bahnhof, eine Nacht im Zug = bares Unterkunftsgeld gespart und natürlich die Übererfüllung der hippen Slowtravel-Vorgaben als kostenloses Beiwerk. Kostenlos aber nicht umsonst!

Tatsächlicher Ablauf: Qua Checkout Heimatlos geworden gegen 11.00, mit recht schweren Rucksäcken und Füßen ein bisschen ideenlos durch die recht aufgeheizte Stadt marodieren. Für knapp 3 € vier edelstählerne Schnapsbecherchen im praktischen Aufbewahrungstäschchen auf dem Flohmarkt erworben (Erfolg!!!111elf). Bier am Park, zufällig über den örtlichen Ramschmarkt mit 2 Hektar großer Abteilung für Hochzeitsaccessoires gestolpert, anschließend beim über der zum Markt gehörenden Bushaltestelle (leckere Dieselluft) eingekehrt und für ca. 10€ ernährt (Kumpel Group Restaurant). Nach gefühlt 300mal auf die Uhr schauen war es dann soweit – wir konnten das Gepäck im Hostel holen und eine letzte Bankvesper auf dem zentralen Rathausplatz zusammen mit einem letzten Kirschlikör einnehmen.

An unzähligen Personen stiefelten wir vorbei (Freitagabend) in die falsche Richtung zur Straßenbahn und leisteten uns in der Konsequenz ein Uber zum Bahnhof (ca. 1,50€). Hier nochmal beim Schlange stehen am Schalter (ein Bahn-Ticket-Coupon musste noch in ein echtes Ticket umgetauscht werden) den Puls auf 180 bringen durch alte Männer die erstmal unschuldig herbei kommen, schauen was der Schalter kann und sich dann einfach neben den aktuell bedienten stellen und ihr eigenes Anliegen vorbringen. Ein Beruhigungsbier vor dem Bahnhof, zum Zug, Raum gefunden, mit netter Mutti und Sohn im Abteil irgendwie ein paar Worte ausgetauscht, die kamen gerade vom Schachturnier – ergo wurde er gleich noch im Schach rasiert (okay, er war höchstens 9 Jahre alt..), dafür hat er Annemarie in Dame geschlagen – könnte auch Absicht gewesen sein, sagt sie.

Wie sich herausstellen sollte, waren die Gleise zwischen Lviv und Kyiv ungefähr so gut wie die der Dresdner Parkeisenbahn oder die auf Lummerland (Eine Insel mit zwei Bergen! Ohrwurm? Bitte – gern geschehen!). Die Konsequenz der ukrainischen Schienenbaukunst: Ein andauerndes quietschknarzgrumbelruckelquietschccchchhhhrrrkkkccieeeeekkkch, dass auch mit Oropax nicht zur Ruhe gebracht werden konnte. Selbst wenn, Oropax hilft ja nicht gegen energisches Gerüttel am Bett. Entsprechend durch-ge-slowtravelt, kamen wir früh gegen 8.00 in Kyiv an. Leicht chaotische Zustände an Bahnhof und Metro-Schalter, dafür dann am Ziel ein menschenleerer Maidan und hübsches Morgenwetter. Gnädigerweise wurde uns der Check-In in unser AirBnB Privatzimmer (18€/Nacht) bei Alina zu dieser frühen Samstagsstunde gewährt. Etwas was nach Nachtreisen sehr viel wert und nicht selbstverständlich ist, wie wir einige Tage später in Moskau leidvoll erfahren würden.

Guten Morgen, Scheiss!

Soviel zur Vorgeschichte. Reicht möglicherweise, der Rest kann eigentlich in einen zweiten Artikel.

4 thoughts on “#04.1 – Ciao Lviv / Guten Morgen Kyiv!

  1. Der Fotograf war müde, genervt und übellaunig, Man sieht es ihm an und teilweise auch seinen Bildern.
    … und ich hab gelacht, sorry. Freue mich auf Moskau.

  2. Tut mir Leid, du hast ja Recht.
    …..aber was in aller Welt ist ein Disclaimer. Ist das ein Filter um die Farben satter darzustellen ?? 😉

  3. Das kann ich unmöglich öffentlich beantworten. Sonst könnte ja jeder Depp Travelblogger in der Reiseblogosphäre werden. Oh.. Wait… 🙂

    Aber damit du nicht so bohrende fragen stellst, habe ich oben noch ein hübsches Bewegtbild von einer Bushaltestelle zur Ablenkung eingefügt.

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