13. Januar 2017 °seb 2Comment

In halbwegs bequemer Reisezeit ist ein Land zu erreichen, dass die letzten Jahre eigentlich nur noch durch negative Berichterstattung auffiel. Aber schlechte Werbung ist auch Werbung und so kann man mit günstigen Flug-, Hotel,- und Mietwagenpreisen rechnen. In kürzester Zeit und sogar per Fähre gelangt man von der Hauptstadt zu Inseln auf denen laut Bewohnern auch im Winter 20 Grad bei wenig Regen herrschen. Apropos Hauptstadt, diese ist ansehnlich und alles andere als stinkend, zumindest wenn man an sie das gewöhnliche Maß für Dreck in Großstädten anlegt. Wer dauernd nach Bangkok, Beijing oder Berlin jettet ist hier definitiv schon gleiches oder schlechteres gewöhnt. Immerhin hat Athen wenigstens ein paar Autobefreite Schlendrian-Zonen. Zwar etwas touristenlastig, aber Alternativen sind schnell gefunden. Stadtteile wie Psirri sind da weit vorn.

Wenn man aber nun von der Hauptstadt zu besagten Inseln auf dem Landweg fährt (Mietwagen – 8,50€ / Tag), bekommt man (vielleicht nebensaisonbedingt) zu spüren, wo die Berichterstattung nicht nur Berichterstattung ist, sondern ein ganzes Land am Boden hält. Armut, Einsamkeit, Abriss, Stillstand, Rost, Dreck und geschlossene Fensterläden. Charmant verfallen, wie neulich als Beschreibung für Kuba gehört, trifft hier definitiv nicht zu. Zumal der Grieche seiner verdient schlechten Laune überall und jedenorts mit Sprühdosen freien Lauf ließ. Es gibt im Grunde genommen abseits von Privateigentum keine unbesprühte Fläche.

Angekommen auf Poros lässt sich nach 200km Einsamkeit erahnen, warum dieses Land ein Touristenmagnet war und immer noch ist. Niedliche Gebäude, weiß gestrichene Treppen, kleine Kirchen, Aussicht über Aussucht auf einer bergigen, fast verkehrsbefreiten Insel. Übersetzen mit einer kleinen Fähre für einen Euro, ein billiges Restaurant findet man immer, sogar kleine Spätshops und Geschlechtsteil-Souvenirs. Aufgrund der Nebensaison wie bereits erwähnt quasi kein Tourist, nur zum Nationalfeiertag wurde es dann richtig voll (inklusive ausgebuchten Hotels und tschingderassabums der örtlichen Trachtengruppe).

2 thoughts on “Griechenland schwarz-weiß

  1. Ah, ich sehe gerade auf einem Foto, das Konzept Rollkoffer ist schon in der Erprobung.
    Geräuschentwicklung und Haltbarkeit der Rollen. Gibt es da schon belastbare Daten.

    Unter Spätshop kann ich mir ja irgendwie noch was vorstellen aber “Geschlechtsteil-Souvenir” ….
    Reden wir hier über die Spätfolgen von ungeschütztem Sex im Ausland oder was ist gemeint. Wahrscheinlich stehe ich nur auf der Leitung, hilf mir auf die Sprünge.

    1. Moin und Grüß Gott!

      Der Rollkoffer ist ein Osprey Sojourn (http://amzn.to/2lM0471 – Affiliate, überall müssen Affiliate Links hin!) und hat eben auch die Rucksackfunktion, damit man sich schnell als backpacker tarnen kann oder weil Rollen auf Sand wirklich bescheiden rollen. Wir werden dazu bestimmt nochmal einen kleinen Bericht schreiben, ich benutz das Ding allerdings schon eine Weile zum pendeln und während 3 Wochen Sri-Lanka. Lief und läuft sehr gut! Der wird auch ganz gut in anderen Blogs auseinandergenommen, falls du vor einer Anschaffung stehst.

      Geschlechtsteil-Souvenirs? Das scheint historisch begründet – Der Grieche schraubt doch auf quasi jedes seiner Gebäude eine Statue mit Pimmel. Und ungefähr so sieht ein Teil der üblichen Souvenirs aus, Pimmel-Bieröffner, Pimmel-Kerzen, Pimmel-Postkarten, Pimmel-Puzzle :)…Saubere Suchmaschinenoptimierung, sechs Pimmel auf zwei Zeilen!

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